Aeschlimann Heinz

Aeschlimann Heinz

«...Als Unternehmer und Bauingenieur stehe ich ­permanent in intensivem Kontakt mit meiner ­Umwelt, sowie in ständiger Konfrontation zwischen Widerstand und Harmonie von Natur, Technik und Mensch. Das künstlerische Umsetzen dieser alltäglichen Herausforderungen, Eindrücke und Gefühle in gestalterische Energie ist für mich Lebensquelle und gleich­zeitig auch Entspannung und Loslösen von weltlichen Problemen...»

AeH steht als Unternehmer und Bauingenieur in intensivem Kontakt mit seiner Umwelt, sowie ständiger Konfrontation zwischen Widerstand und Harmonie von Natur,Technik und Mensch. Das künstlerische Umsetzen dieser alltäglichen Herausforderungen ,Eindrücke und Gefühle in gestalterische Energie ist für ihn Lebensquelle und gleichzeitig auch Entspannung und Loslösen von weltlichen Problemen. Seine ausgeprägte Durchsetzungskraftund Dynamik widerspiegelt sich vielfach in der Formgebung der teils sehr eigenwilligen jedoch immer auf Harmonie bedachten Kompositionen.

In der Oberflächenbehandlung zeigtsich der Kunstschaffende von einer ganz anderen Seite: äusserst sensibel verleihter den Skulpturen durch seine speziellen Bearbeitungstechniken eine besondere Ausdruckskraft. Auf sorgfältigste Vorbehandlung des Eisens und Präzision und Qualitätin der Ausarbeitung legt er besonderen Wert.

AeH hat sich in seiner nun 35-jährigen Schaffensperiode kontinuierlich weiterentwickelt. In früheren Jahren beschäftigte er sich intensiv mit der Dualität positiv - negativ. Ineinander verschlungen oder nebeneinander gepaart, drückter- verstärktdurch die unterschiedliche Oberflächengestaltung – die Gegensätzlichkeitaus. Seit längerer Zeit formt AeH seine Skulpturen noch komplexer, verbindet verschiedene Elemente zu einem Beziehungsnetz.

Diese, in mehreren Ebenen gestaffelten oder überlagerten Flächen erwirken so den Eindruck eines lebendigen Wachstums- und Zerfallprozesses, erzeugen zusammen mitden speziellen Oberflächenstrukturen ein vielfältiges Spiel von Licht, Farbe und Schatten.

Seit 1970 hat Heinz Aeschlimann eine Vielzahl von Eisenskulpturen geschaffen. Von kleinen Tischskulpturen über Stand/Wandskulpturen bis zu grossdimensionierten Skulpturen für Garten und Parkanlagen mit Gewichten bis zu mehreren Tonnen und mehreren Metern Höhe. Die Riesenskulpturen wirken jedoch nie schwerfällig sondern leicht, luftig immer miteiner gewissen Eleganz und Erhabenheitwas durch die hochwertige Ausführung noch verstärkt wird.

Den 2002 erstellten Skulpturenpark im Tessin, am Monte Ceneri, erweitert Heinz Aeschlimann ständig mit neuen ausgewählten Werken, eine Installation aus 200 Tonnen Granitblöcken stellt seinen bisherigen Lebenszyklus auf über 50 Metern dar.

Während seiner jahrzehntelangen Schaffensperiode hat Heinz Aeschlimann verschiedene Ausstellungen im In-und Ausland realisiert. Seine Werke fanden den Weg zu Kunstliebhabern in Europa, USA, Kanada und Asien. Die Einladung namhafter Kuratoren zur Teilnahme an international bedeutenden Ausstellungen in USA (Chicago, Orlando) sind ein vorläufiger künstlerischer Höhepunkt.

Überhohe Metallplatten stehen beim Eingang des Museums. Die Oberflächen, mit einer Reihe verschieden grosser Dellen konvex und konkav zerdehnt, ziehen den Blick auf sich. Die Deformationen sind Spuren einer explosiven Gewalteinwirkung. Die Sprengplastiken sind Teil der jüngsten Werkgruppe des Künstlers. Im Innern des Museums präsentiert Heinz Aeschlimann Reliefs und ein vielfältiges Skulpturen­ensemble, aus flächigen und bogenförmigen Elementen zu meditativen Tableaus gefügt.

Die Oberflächen sind oft mit dem Schweissbrenner gestaltet, so dass je nach Lichteinfall verschiedene malerische Effekte entstehen. Die Skulpturen umfassen geometrisch-rechtwinklige Konstruktionen mit beweglichen Teilen. Andere Plastiken sind mit ausgeschnittenen, organisch gewölbten Flächen, auf Spitzen balancierend, komponiert. Jene mit geschwungenen, himmelwärts strebende Formen vermitteln ein Gefühl der Schwerelosigkeit. Es sind Arbeiten zu sehen, bei denen das Unbestimmte überwunden wird. So etwa die gerosteten, auf kühne Weise verzerrten Eisenplatten, die in ein ambivalentes Spannungsverhältnis gebracht sind, und deren auseinander strebende Kräfte mit massiven Stahlseilen zusammenhalten werden.

Heinz Aeschlimann entwirft und arbeitet mit atemberaubendem Tempo. Ein konkretes Erlebnis, das Machen und die Faszination am Material sind jeweils die Auslöser für die Realisierung einer Skulptur. Die Vielfalt der Ausdrucksformen sind auf diese Faktoren zurückzuführen, wie auch auf das Experimentieren mit den verschiedensten Werkstoffen, dem Ausloten von Grenzen und vor allem der Suche nach der harmonischen Übereinstimmung zweier unterschiedlicher Materialien.

Kathrin Frauenfelder, Kunsthistorikerin, Zürich, Schweiz

artist-in-residence

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