Pöhlmann Gabriele

Pöhlmann Gabriele

«...Denn jedes einzelne Teil ist Bestandteil eines ­grösseren Ganzen und soweit wir wissen, setzt sich dies bis ins Unendliche fort...»

Konzeptkunst in der ersten Assoziation ein unzugängliches Thema. Dieses lässt an für den Betrachter oftmals schwer zu durchschauende Inhalte denken. Beschäftigt man sich näher mit dem künstlerischen Werk von Gabriele Pöhlmann, verflüchtigt sich dieses erste Urteil, wandelt sich zusehends in Begeisterung. Denn die konsequente Durchführung ihrer Arbeit fasziniert.

Begründet auf der griechischen Ganzheitslehre des Holismus und der Holarchie, setzt Pöhlmann ihr Konzept zum einen in der zeitlichen und zum anderen in der räumlichen Dimension um. Als kleinste zeitliche Einheit liegt der Tag zugrunde. Jeden Tag erarbeitete kleinformatige Tagesblättchen werden parallel zu Monaten und Jahren zusammengeführt. Die nächstgrössere Einheit, die Woche, wird in grossformatigeren Tafeln geschaffen - den Wochentafeln. Auch diese zu Monaten und Jahren zusammengefügt.

Die Künstlerin arbeitet ihre Zeittafeln überwiegend in Acryl auf Karton bzw. Holz. Aber auch Materialbilder spielen eine wichtige Rolle. So sind zum Beispiel Packpapier, Sand und Erde eingearbeitet, wodurch eine reliefartige Oberfläche entstehen kann.

In der räumlichen Konzeptidee ist ein einzelnes Knäckebrot, verwendet als reiner Werkstoff, die Grundlage. Die vergrösserte Proportion dieses Moduls bildet den Rahmen für eine abstrahierte figürliche Darstellung, bestehend aus bearbeiteten Knäckebroten. Diese werden auf eine mit Klebstoff bestrichenen Fläche aufgebracht. Nach dem Trocknen werden mit Acrylfarbe die figürlichen Konturen, Höhen und Tiefen herausgearbeitet und das Ganze anschliessend mit einer Schicht Polyester versiegelt.

Das einzelne Modul gilt als Grundlage für eine Zusammenfassung in 4er, 9er, 16er-Gruppen, ... grundlegend für die Bündelungen ist die sich ergebende vergrösserte Proportion des einzelnen Moduls.

Man kann sich im Detail einer einzelnen Tafel verlieren, sich vor eine Wand voll gebündelter Monate oder Jahre stellen, die künstlerische Qualität bestaunen und sich zugleich philosophischen Gedanken hingeben - eine umfassende Erfahrung.

Sandra Koch, Kunsthistorikerin, Luzern, Schweiz

Link: http://www.gabriele-poehlmann.de

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