Manazza Silvia

Manazza Silvia

«...I have created a Pulpa Chic World in which the observer dives into a space of sensuous visual ­opulence. The works are partly quilted (meaty) object-paintings using cloths and acrylic paint. They have a sort of ?pop prefabricated beautiful look? that reflects today?s values and way of life, in which ­nature is often modified to achieve the ultimate desired artifical perfection...»

Installation «Violenza»

Das Gedächtnis ist das grosses Vermächtnis in der heutigen Zeit, in der oft Sicherheiten und absolute Wahrheiten fehlen, in der man Zeuge wird eines Abgleitens der Existenz in kalte Einsamkeiten und großstädtische Neurosen, und in der die physische wie psychische Gewalt dermaßen verbreitet ist, dass diese oftmals unbemerkt bleibt.

Die Serie mit Köpfen Violenza (Gewalt) führt das Publikum zu einer Reflexion über die Dinge, die sich hinter dem falschen Schein verbergen, wie auch das Wachs als verwendetes Material anzeigt, das sich leicht auflöst. Es sind allesamt in rohem Ton modellierte und mit Wachs umhüllte Einzelstücke, auf denen in einigen Fällen Schriften eingeritzt sind, die zum Wahnsinn Bezug nehmen; dazu kommen zwei Schwarzweissfotografien, die Alice e Infanzia felice (Alice und die glückliche Kindheit) darstellen und zwei Köpfe aus oben genannter Serie, auf denen die Künstlerin eine informelle, gestische Malerei mit starken Farben wie Rot, Weiß und Schwarz anbringt.

Vor allem vier Masken, die auf einer Ebene von weissem Tüll als Symbol für Reinheit liegen und von ins Wachs verarbeiteten Nägeln durchbohrt sind, die jeweils in Höhe der Augen, des Mundes, der Ohren und um die Stirn hineingeschlagen sind, und so eine wirkliche Dornenkrone bilden. So symbolisiert die Künstlerin durch eine indirekte, aber deswegen nicht weniger unauslöschliche Gewalt, geschändete Unschuld.

Ihre Skulpturen zeigen das, was dem bewussten Gedanken verborgen ist und enthüllen die traumatischen Erfahrungen, die das Ich verdrängt hat.

Die den Masken zugefügten Verletzungen werden damit metaphorischer Ausdruck psychologischer Gewalttätigkeiten in der Erziehung und jeder sozialen Unterdrückung, denen besonders Frauen und Kinder ausgesetzt sind.

Die bildnerisch, in den von ihren entschlossenen Pinselstrichen veränderten Fotos, repräsentierte Wunde, wird zum Vermittler zwischen dem Gedanken und dem entstehenden Wort. Ein Mittel, um Vergangenheit und Gegenwart ohne zeitliche Unterscheidungen zu vereinen und um bis an den Grund der Sensibilität vorzudringen.

Veronica Pirola, Curator Museo Mantua et Museo Pavia, Italien

Link: http://www.silviamanazza.it

artist-in-residence

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