Fehr Ursula

Fehr Ursula

«...Dem Erdverbundenen und Verwurzelten steht das Sich-Lösen und Sich-Verwandeln entgegen. Die Wirklichkeit wird im Traum überwunden und der Zauber der Welt durch die Kraft der Sinne neu erfahren...»

Mit den Ikariden, den «Grünen Weibern», den «Wellenreiterinnen» und den «Traumkissen» entstehen seit 1985 in kontinuierlicher Weiterentwicklung grössere Werkgruppen, in denen die menschliche Befindlichkeit in der Jetzt-Zeit eindringliche Verbildlichungen erfahren. Das plastische Werk Ursula Fehrs hat sich seit Mitte der sechziger Jahre in verschiedene Werkgruppen breit ausgefechert.

Die künstlerische Intuition einer Metamorphose zwischen Gegensätzlichem zieht sich wie ein Ariadnefaden durch die ­verschiedenen Schaffensphasen hindurch. Mitte der siebziger Jahre kündigen sich in der Werkgruppe «Tränende Häupter» die Gestaltungselemente an, die auch heute noch die Formbildung zwischen fantastischer Menschenfigur und pflanzenartiger Gestalt bestimmen. In der Serie «Einschränkungen» (1975-1988) steht der Befreiungsakt der vitalen Mischwesen im Zentrum des Gestaltungsinteresses.

Nachdem ihre Triebkraft die einengenden Fesseln und Käfige gesprengt hat, beginnt in der Werkgruppe der «Rebwürzler» ihr Leben auf «eigenem Boden»: Wie auf einem Magnetfeld kriechen die Wurzeln der Zwitterwesen auf den Bodenplatten dahin, sicher gehalten, aber nicht in Ritzen verzwängt.

Mit den «Grünen Weibern», den «Wellenreiterinnen», den «Traumkissen» und den «Ikariden» entstehen seit den achtziger Jahren in kontinuierlicher Weiterentwicklung weitere grössere Werkgruppen, in denen die menschliche - vielleicht aber auch eine spezifisch weibliche - Befindlichkeit unter den gegenwärtigen Lebensbedingungen eine eindringliche Verbildlichung erfährt.

Markus Landert, Kurator Kunstmuseum Kt. Thurgau, Schweiz

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