Bärtschi Reto

Bärtschi Reto

«... Dass das Leben denn auch selten direkt und gradlinig verläuft, sondern sich auf verschlungenen Wegen entwickelt, bringt die Stahlskulptur zur Darstellung ...»

«Sunna des Mohn», 2005, ist der Titel der Eisenplastik, die der Langenthaler Künstler Reto Bärtischi geschaffen hat und die in der Nähe des Kinderhorts auf dem Gelände der Klosterkirche St. Urban steht. Die schwungvolle Gestaltung des in «Bührer Traktorrot» (Bärtschi) einbrennlackierten Stahlrohrs ruft ­unmittelbar Assoziationen an Organisches hervor. Der Titel (Sonne des Mohn) bestätigt diese Vermutung. Die Form der Plastik stellt das Wachstum der Mohnblume dar, die anders als die Sonnenblume, die sich aufrecht und direkt der Sonne entgegenstreckt, um die Sonne herumtanzend, dieser entgegenwächst.

Reto Bärtschi, Eisenplastiker, Bauer und Assistent von Schang Hutter, hat seine eigene Formensprache, um Aspekte der conditio humana zum Ausdruck zu bringen. Eine schlichte Kreisform mit kringelförmiger Linie symbolisiert den Menschen. Könige, Prinzessinnen, Gaukler, Bauern und Teufel sind das Personal, das, charakterisiert durch spezifische Zeichen der Kopfformen, die verschiedenen Umgangsformen der Menschen verkörpert. Dass das Leben denn auch selten direkt und gradlinig verläuft, sondern sich auf verschlungenen Wegen entwickelt, bringt die Stahlskulptur zur Darstellung. Sie ist als Metapher für das menschliche Unterwegssein zu lesen.

Kathrin Frauenfelder, Kunsthistorikerin, Zürich, Schweiz

Mehr unter: http://www.retobaertschi.ch

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